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Rückblick auf hell:wach26 - "hell:wach handelt"

Auch 2026 hieß es wieder hell:wach in Hannover! Dieses Mal waren wir mit 23 Ensembles und insgesamt 70 Mitwirkenden unterwegs und haben die freie Klassikszene in Niedersachsen dorthin gebracht, wo man klassische Musik nicht unbedingt erwartet: in Geschäfte, Hotels und Cafés, in die U-Bahnstation Kröpcke und natürlich auf den Opernplatz.

Los ging es am Vormittag in der Staatsoper Hannover, wo wir ausnahmsweise das „Offene Foyer“ mit unserem eigenen Programm bespielen durften. Beim offenen Singen für die Jüngsten waren insgesamt 40 Kinder und 50 Erwachsene dabei. Bei „un:babbel“ trafen außerdem ein Kontrabassist aus der freien Szene (Schwerpunkt Jazz/Neue Musik) und eine Kontrabassistin des Staatsorchesters aufeinander. Zur anschließenden offiziellen Begrüßung kamen rund 120 Gäste in den Marschnersaal. In den Grußworten von Staatsopernintendant Bodo Busse, Staatssekretär Dr. Joachim Schachtner, der Leiterin vom Kulturmanagement der Landeshauptstadt Hannover Melanie Botzki, Sina Hensel von Musikland Niederachsen sowie Maria Pache und Katharina Pfänder von Freie Klassik Niedersachen wurde deutlich, welch wichtige Rolle die Freie Szene in diesen Zeiten übernehmen kann.

Danach ging es raus in die Stadt: Unter dem Motto „hell:wach handelt“ schwärmten unsere Ensembles in die Hannoveraner Innenstadt aus und spielten dort, wo andere gerade einkauften, einen Kaffee tranken oder im Hotel eincheckten. Und das funktionierte ziemlich gut: Bei GALERIA und Paper & Tea waren jeweils rund 100 Menschen dabei, im Motel One sogar rund 180. Dazu kamen jede Menge Passant*innen, die zufällig auf die Musik stießen, stehen blieben und plötzlich mitten in einem Konzert waren.

Wie gut das Konzept aufging, brachte Hannah Jacob, Leiterin des „Sommers im Kulturdreieck“, anschließend schön auf den Punkt: „Noch nie waren die Geschäfte beim Sommer im Kulturdreieck so voll wie in diesem Jahr.“ Auch die beteiligten Händler*innen und Spielorte waren begeistert – und für uns war es toll zu erleben, wie selbstverständlich sich die Musik unserer Ensembles diese ungewöhnlichen Orte eroberte.

Auch der NDR war den Tag über mit dabei und begleitete mehrere Ensembles durch die Innenstadt – unter anderem zu einer Aufführung von Schuberts „Taubenpost“ mitten im Zwischengeschoss der U-Bahnstation Kröpcke.

Neben all der Musik ging es bei hell:wach natürlich auch wieder um Austausch und Vernetzung. Gemeinsam mit Musikland Niedersachsen gab es auf dem Opernplatz Raum für Gespräche über die Situation der professionellen Musikszene – unter anderem über das zunehmend drängende Thema bezahlbarer Proberäume. Vor allem aber war es schön zu sehen, wie viele neue Kontakte entstanden und wie sich die Zusammenarbeit mit Musikland Niedersachsen, dem Kulturdreieck, der Staatsoper und vielen weiteren Partner*innen weiter vertieft hat.

Zum Abschluss kamen dann alle wieder zusammen: Beim Pop-Up-Orchester auf dem Opernplatz verfolgten rund 200 Menschen die öffentliche Probe und konnten live miterleben, wie aus vielen einzelnen Musiker*innen ein gemeinsames Ensemble entstand. Das geplante Konzert direkt im Anschluss fiel uns dann leider buchstäblich ins Wasser – das Wetter spielte nicht mehr mit. Die öffentliche Probe war aber auch für sich schon ein ziemlich besonderes Erlebnis. Nach dem Umzug ins Künstlerhaus bildete der Auftritt von Strada si Gitarra den Abschluss des rundum gelungenen Tages.

Und so bleibt vor allem die Erinnerung an einen Tag, an dem die freie Klassikszene Niedersachsens zentral in der Innenstadt zu hören und zu sehen war: mit großartigen Ensembles, überraschenden Begegnungen, vollen Spielorten, viel Austausch und jeder Menge Musik.

Besonders hervorzuheben ist in diesem Jahr die tolle Reihe an Kooperationen, zuallererst mit dem Kulturdreieck der LHH, die auch finanziell als Kooperationspartner in Erscheinung trat, Musikland Niederachsen, der LAG Jazz und der HMTMH.

Ein großer Dank gilt unseren Förderern Stiftung Niedersachsen, NDR Musikförderung, Niedersächsische Sparkassenstiftung, Sparkasse Hannover, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie Region Hannover, die hell:wach26 durch ihre Unterstützung erst möglich gemacht haben.

Applaus und vielen Dank an alle Ensembles und Gruppen: Birgit Marx Trio, Klarinettentrio Schmuck, Ensemble Tedesco, Ember Musik, Matinée Barocktrio, Hannoversche Hofkapelle, LFKN-Quartett, trio.s, NOKAT, Amarte Ensemble, Trio Sugimura/Bijlsma/Gutu, treppenhausprchester, Ensemble Megaphon, musica assoluta, Trio Talan, asambura ensemble, Nicoleta Ion, Andreas Salm, Duo Schulz/Lavrova, Duo Samarin/Mustafina, Neues Haus Brass, Strada si Gitarra, Thorsten Encke für das Erstellen der Arrangements fürs Pop-Up Orchester und zu guter Letzt allen, die dem schlechten Wetter getrotzt und beim hell:wach Pop-Up Orchester mitgewirkt haben.

1000 Dank auch an das tolle Team hinter der Bühne um Lena Plogsties und Lavinia Lonius!

Fotos: Eduardo Navarro